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Geheimtipp · Glonn

Hermannsdorfer Glonn — der Bauernhof, der Bayern verändert hat.

Zwei Kilometer vor unserer Haustür liegt einer der wichtigsten Bio‑Höfe Deutschlands: die Hermannsdorfer Landwerkstätten von Karl Ludwig Schweisfurth. Hofführung, Schmankerl‑Stube, eigener Bäcker, Schoko und Bier — ein halber Tag, der sich lohnt. Hier ist alles, was du wissen musst.

Lesezeit · 5 Minuten Glonn · 2 km ganzjährig

Wenn du in Glonn unterwegs bist und nur eine Sache machst, mach diese: besuche die Hermannsdorfer Landwerkstätten. Was dort vor 40 Jahren als kleines Experiment begann, hat den deutschen Bio‑Markt geprägt — und die meisten Bayern wissen es nicht.

Was sind die Hermannsdorfer Landwerkstätten?

Hermannsdorf ist kein normaler Bauernhof. Es ist ein 60 Hektar großes Areal vor den Toren Glonns, auf dem rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter höchsten Bio‑Standards wirtschaften. Auf dem Hof leben Schweine, Rinder, Hühner und Schafe — alle in artgerechter Haltung mit Außenkontakt, Stroh, viel Platz. Was sie sich nehmen, kommt vom eigenen Acker.

Drumherum: eigene Werkstätten. Eine Bio‑Metzgerei, eine Bäckerei mit Holzofen, eine Käserei, eine Bierbrauerei mit eigenem Hopfen, eine Schokoladenmanufaktur. Aus den Tieren und Feldern des Hofs wird direkt vor Ort gekocht, gebacken, gebraut, geschlachtet — ohne den Umweg über Großhandel oder Industrie.

Adresse Hermannsdorfer Landwerkstätten, Hermannsdorf 7, 85625 Glonn — vom Marktplatz aus 4 Minuten mit dem Auto, 25 Minuten zu Fuß.

Wer war Karl Ludwig Schweisfurth?

Schweisfurth war einer der größten Wurst‑Industriellen Deutschlands. Hermann Sülzer Großwurst, Wiener Würstchen, das alles kam aus seinen Fabriken. Mitten in den 80er Jahren hat er seine Lebensentscheidung getroffen: er hat seinen Industriekonzern verkauft und ist nach Glonn gezogen, um zu zeigen, dass es anders geht.

1986 kaufte er den Hof in Hermannsdorf — und begann, von Grund auf neu. Die Tiere bekamen Auslauf. Die Schweine bekamen Stroh statt Beton. Die Hühner liefen wieder draußen herum. Was nach 40 Jahren als Maxime herauskam: „Stell dich auf die Seite der Tiere".

„Ein Tier, das gut gelebt hat, schmeckt anders. Das ist kein Marketing — das schmeckt man."

Was du in Hermannsdorf machen kannst

1. Hofführung mitmachen

Der Hof bietet regelmäßige Führungen an — meistens samstags. Du läufst durch die Felder, in den Schweinestall, durch die Metzgerei, die Bäckerei, am Ende durch die Brauerei. Dauer: ca. 2 Stunden. Anmeldung über die Hermannsdorfer Website.

2. Schmankerl‑Stube

Direkt am Hof gibt's das Wirtshaus „Schweinsbräu". Hier kannst du essen, was vorher gegenüber gegrast hat. Klassische bayerische Küche, alles aus eigener Produktion: Schinken, Wurst, Schweinsbraten, Käse, Brot. Auch eigenes Bier vom Hof. Sonn‑ und Feiertage durchgehend warm.

3. Hofverkauf

Der Bauernmarkt am Hof ist die Krönung. Wurst, Schinken, Käse, frisches Brot vom Holzofen, eigenes Bier in der Flasche, eigene Schokolade, saisonales Obst und Gemüse, eigene Pasta, Konfitüren — alles direkt aus den Werkstätten. Geöffnet Dienstag bis Samstag.

4. Bäckerei mit Holzofen

Die Bäckerei backt mit Sauerteig, ohne Backmischungen, im klassischen Holzofen aus Schamotte. Brote sind nach 4 Tagen noch frisch. Der Renner: das Hermannsdorfer Roggenbrot und das Bauernbrot.

5. Schokoladenmanufaktur

Alles, was du an Schokolade vom Hof bekommst, ist Bean‑to‑Bar — vom Kakaoanbau bis zur fertigen Tafel hier am Hof. Die Tafeln sind nicht billig (5 – 8 €), aber jede einzelne ist eine Geschichte für sich.

Wann am besten kommen?

Anfahrt vom Marktplatz Glonn

Hermannsdorf liegt 2 km nordöstlich vom Marktplatz Glonn. Mit dem Auto bist du in 4 Minuten dort (gut beschildert). Zu Fuß über den Mangfallweg in 25 – 30 Minuten — eine sehr schöne Strecke durch Felder, an Pferden vorbei und mit Blick auf die Alpen bei klarem Wetter.

Mit dem Rad ist Hermannsdorf eine 5‑Minuten‑Fahrt. Wer von München kommt: am besten mit der S‑Bahn bis Grafing, dann mit dem Bus 444 nach Glonn (Haltestelle Marktplatz), und von dort weiter zu Fuß oder mit dem Leihrad.

Tipp Kombiniere Hermannsdorfer mit dem Marktblick — viele unserer Lieferanten sind die Hermannsdorfer selbst. Das Bio‑Schwein im Wiener Schnitzel, das Mehl im Flammkuchen, die Wurst auf der Brotzeit — alles vom Hof. Du kannst also vormittags den Hof anschauen und nachmittags bei uns essen, was du dort gesehen hast.

Was viele nicht wissen

Der Hof verkauft auch außerhalb seines Geländes — eine Auswahl der Hermannsdorfer Produkte gibt es in Bio‑Märkten in München, in einigen Restaurants (auch im Marktblick), und sogar im Online‑Shop. Aber der Besuch vor Ort ist ein anderes Erlebnis: Geräusche, Gerüche, die Tiere zu sehen — das prägt.

Außerdem: Hermannsdorfer steht hinter dem Konzept „KaufNah" und der „Herrmannsdorfer Schule der Landwirtschaft". Wer sich ernsthaft mit nachhaltiger Lebensmittelproduktion auseinandersetzen will — hier ist eine Anlaufstelle, die das ohne Marketing‑Geschwurbel macht.

Was du mitnehmen solltest

Und danach?

Der perfekte Abschluss eines Hermannsdorfer‑Vormittags: zurück nach Glonn, einkehren bei uns am Marktplatz. Auf der Terrasse einen Kaffee, dazu ein Stück Apfelstrudel oder eine unserer 18 hausgemachten Eissorten. Oder gleich Mittag essen — vieles auf unserer Speisekarte kommt direkt aus den Werkstätten, die du gerade gesehen hast.

Wer mit Auto da ist und noch fahren muss: bei uns gibt's auch Bio‑Limonaden, hausgemachte Säfte und alkoholfreies Wildbräu aus dem nahegelegenen Grafing. Und für später: ein hausgemachtes Mittagessen oder ein Flammkuchen aus dem Holzofen.

Zusammenfassung

In Kürze

Die Hermannsdorfer Landwerkstätten in Glonn sind ein Bio‑Pionierhof mit eigener Metzgerei, Bäckerei, Käserei, Brauerei und Schokoladenmanufaktur. Hofführung samstags, Schmankerl‑Stube täglich, Hofverkauf Di – Sa. 2 km vom Marktplatz Glonn — perfekt zu kombinieren mit einem Besuch im Marktblick, der viele Hermannsdorfer Produkte direkt verarbeitet.

Häufige Fragen

Was Gäste oft fragen.

Die häufigsten Fragen zu den Herrmannsdorfer Landwerkstätten — basierend auf den meistgestellten Fragen bei Google.

Wer ist der Gründer von Herrmannsdorfer?

Gegründet wurde der Betrieb 1986 von Karl Ludwig Schweisfurth (1930–2020). Er war zuvor einer der größten Wurst‑Industriellen Deutschlands (Herta Wurst) und entschied sich Mitte der 80er Jahre für einen radikalen Bruch — er kaufte den Hof in Herrmannsdorf bei Glonn und stellte ihn komplett auf artgerechte Bio‑Tierhaltung um.

Wem gehört Herrmannsdorfer heute?

Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten werden weiterhin von der Familie Schweisfurth geführt. Karl Schweisfurth Junior (Sohn von Karl Ludwig) leitet den Betrieb, der inzwischen 80+ Mitarbeiter und rund 60 Hektar Fläche umfasst.

Wie schlachtet Herrmannsdorfer?

Herrmannsdorfer praktiziert die hofnahe Schlachtung — die Tiere werden direkt am Hof, in dem sie gelebt haben, geschlachtet. Das vermeidet Transport‑Stress und führt zu einer besseren Fleischqualität. Die eigene Bio‑Metzgerei verarbeitet das Fleisch komplett vor Ort, ohne Industriewege.

Welche Öffnungszeiten hat der Hofladen?

Der Hofladen ist Dienstag bis Samstag geöffnet. Das angeschlossene Wirtshaus „Schweinsbräu” (Steirer Eck) hat Mittwoch bis Sonntag offen. Genaue Zeiten und besondere Öffnungstage am besten direkt auf herrmannsdorfer.de prüfen.

Gibt es einen Online-Shop?

Ja, Herrmannsdorfer betreibt einen Online‑Shop, in dem ein Großteil des Sortiments — Wurst, Schinken, Käse, Brot, Bier, Schokolade — bundesweit bestellt werden kann. Frische Ware wird gekühlt versendet. Link: herrmannsdorfer.de.

Welche Veranstaltungen finden in Herrmannsdorf statt?

Regelmäßig: Hofführungen (meistens samstags, mit Anmeldung), Schmankerl‑Abende im Wirtshaus, Hoffeste zur Saison. Der genaue Veranstaltungskalender steht auf der Hofwebsite.

Wie weit ist Herrmannsdorfer vom Marktblick entfernt?

Rund 2 km nordöstlich vom Glonner Marktplatz. Mit dem Auto 4 Minuten, zu Fuß 25 – 30 Minuten über Felder. Wer im Marktblick einkehrt und Hermannsdorfer noch sehen will: nach dem Frühstück hinlaufen, Hofladen besuchen, zurück zum Mittag.